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Anständig essen: Ein Selbstversuch, by Karen Duve

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Über den Autor und weitere Mitwirkende
Karen Duve, 1961 in Hamburg geboren, lebt in der Märkischen Schweiz. Sie wurde mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet. Ihre Romane »Regenroman« (1999), »Dies ist kein Liebeslied« (2005), »Die entführte Prinzessin« (2005), »Taxi« (2008) und »Macht« (2016) waren Bestseller und wurden in zahlreiche Sprachen übersetzt. 2011 erschien ihr Selbstversuch »Anständig essen«, 2014 die Streitschrift »Warum die Sache schiefgeht«. Die Verfilmung ihres Romans »Taxi« kam im Sommer 2015 ins Kino.
Produktinformation
Taschenbuch: 336 Seiten
Verlag: KiWi-Taschenbuch (16. Januar 2020)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 346205385X
ISBN-13: 978-3462053852
Durchschnittliche Kundenbewertung:
4.6 von 5 Sternen
271 Kundenrezensionen
Amazon Bestseller-Rang:
Nr. 414.266 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)
Obwohl das Buch schon fast 10 Jahre auf dem Buckel hat, ist es noch immer aktuell. Die angesprochenen Missstände bestehen bis heute in der konventionellen Tierhaltung.Besonders angenehm fand ich den lockeren Schreibstiel - Duve ist Journalistin und nicht etwa Veterinärin. Sie schafft es, biologische Fakten, rechtliche Inhalte und philosophische Ansätze die auf eigene Verantwortung verweisen gekonnt zu verknüpfen. Dabei kommt man sich kaum belehrt vor, weil sie selbst, aufgrund des Buch-Konzeptea nicht etwa eine fertige über allen stehende Veganerin ist, sondern sich langsam an die verschiedenen Missstände der Tierhaltung herantastet. Ich selbst bin Flexitarierin und konnte mich in meinen Überlegungen und Unsicherheiten, die auch durch gesellschaftliche Konventionen verursacht werden, gut wiedererkennen.Ich kann schwer sagen, ob dieses Buch etwas für passionierte Fleischesser ist. Mir ist jedoch noch kein Buch untergekommen, was das vielleicht könnte - das Buch "Tiere Essen" von J.S. Foer fand ich übrigens weitaus anstrengender und "systematischer" aufgebaut.Ich könnte mir vorstellen, auch Auszüge aus diesem Buch im Ethik- oder Religionsunterricht zu verwenden und als Gesprächsanlass zu nutzen - denn sie legt den Finger in die Wunde auf eine erfrischend einfache Art.Das Buch ist leichte lektüre zu einem schweren Thema. :)
Für mich war es das erste Buch von Karen Duve und bleibt auch nach der Lektüre einiger ihrer anderen Werke mein Favorit. Das liegt natürlich auch am Thema.Ich mag ihren ungekünstelten Stil und auch ihre sehr pragmatische und ehrliche Art, sich mit dem Thema "Welche Auswirkungen (in jeder Hinsicht) hat meine Auswahl der Ernährung?" auseinanderzusetzen.Sie beginnt ihren Selbstversuch als bekennende Fastfoodkonsumentin, für die im Leben viele Dinge wichtiger sind als übers Essen nachzudenken und die deshalb beim Einkauf gerne zu "einfach, schnell und billig" greift. 3 Minuten in die Mikrowelle und dann am liebsten gleich aus der Packung essen, lecker lecker und kein Abwasch; ja, das kenne ich gut!Beim Ausprobieren der verschiedenen Ernährungsweisen (bio, vegetarisch, vegan, frutarisch, wenn ich mich richtig erinnere) setzt sie sich jeweils kritisch, aber offen und neugierig mit der dazugehörigen Philosophie auseinander. Welche Konsequenzen hat meine Auswahl beim Einkauf ganz konkret für andere? Für die produzierenden Tiere und Menschen, für die Natur, für die Zukunft, und vielleicht sogar für meine eigene Gesundheit? Ist es okay, wenn sich die "Tierliebe" hauptsächlich auf die eigenen Haustiere erstreckt, für die man das letzte Hemd geben würde? Bin ich ein besserer Tierschützer, wenn ich kein Fleisch esse, aber dafür ordentliche Mengen Eier und Käse? Wieso schaltet sich das Gehirn beim Einkauf so gerne aus, so dass ich Produkte kaufe, von denen ich doch sicher weiß, dass für ihre Produktion gelitten und gestorben wird (obwohl ich weder biologisch noch finanziell darauf angewiesen bin)? Gibt mir ein "schönes Leben" für ein Nutztier das selbstverständliche Recht, es anschließend zu töten (eine Frage, die ich instinktiv irgendwie bejahen würde, was aber natürlich keiner ethischen Argumentation standhält)?Karen Duve schont sich nicht, und sie schont auch nicht den Leser, aber sie tut dies nicht mit dem erhobenen Zeigefinger und der schlechtes-Gewissen-Schiene. Sie hält uns einen Spiegel vor, ohne sich selbst als leuchtendes Beispiel darzustellen. Sie bringt wichtige und interessante Fakten und bringt liebgewordene Denkweisen durch unerwartete Fragen ins Wanken.Veganer, die mir vorher immer als etwas suspekte Extremisten erschienen, betrachte ich nun mit Respekt (solange sie nicht versuchen, alle anderen aggressiv zu missionieren, doch das sind nur sehr wenige!!). Sie haben den Denkansatz der "möchtegern-tierfreundlichen" Vegetarier einfach nur konsequent weiter gedacht und nehmen in Kauf, auf einiges zu verzichten und dafür noch als Spinner betrachtet zu werden. Sie sind die seltenen Nicht-Egoisten unserer Zeit.Dieses Buch bleibt unaufdringlich: "Wir geben dir Hintergrund-Informationen über die Herkunft deiner Nahrungsmittel. Was du damit anfängst, ist deine Sache."Und dennoch: Wer es aufmerksam und zugänglich für Argumente liest und vor sich selbst (und vor allem vor sich selbst!) behaupten möchte, dass er "anständig" isst, dem wird es in Zukunft etwas schwerer fallen, das Tiefkühlhähnchen für 1,99 € zu kaufen, das vier Wochen freudloses Leben und einen Horrortrip hinter sich hat und an dem der "Produzent" ungefähr einen (in Worten: einen) Cent pro Tier verdient.Ich habe dieses Buch vor ca. 6 Jahren gerne und zügig gelesen und bin dadurch kein Heiliger, kein Veganer und kein Gesundheitsapostel geworden. Aber ich schalte beim Einkauf viel öfter meinen Kopf ein, statt einfach in die Truhe mit den Fertiggerichten zu greifen, dieser sagt dann in etwa: "Du weißt, wo es herkommt. Willst du es trotzdem haben? Dann nimm es. Aber dann zeig bitte morgen nicht mit dem Finger auf alle, die kein Bio-Dinkelbrot kaufen."In dem Moment, wo man innegehalten hat, steht die Entscheidung eigentlich schon fest:Ein bisschen anständiger essen!
Lieber (zukünftiger?) Leser,dieses Buch habe ich innerhalb eines Tages gelesen; wie ich dazu kam, kann ich garnicht mehr sagen. Als passionierter Fleischfresser konnte es nur ein purer Zufall gewesen sein. Der Schreibstil von Frau Duve ist frisch und unbeschwert. Anstrengen muss sich der Leser wahrlich nicht. Allerdings wird rasch klar, wenn man das Werk auf sich wirken lässt, dass bei unseren Essgewohnheiten einiges im Argen liegt.Dabei versteht die Autorin immer freundschaftlich zu wirken. Ich fühlte mich nie belehrt oder gar moralisch genötigt.Ich habe nach diesem Buch mich tatsälich mehr mit dem Thema befasst. Ich kann heute sagen, dass dieses Werk der Stein des Anstoßes war, an meinen Essgewohnheiten zu arbeiten - zum Wohl aller.Danke für dieses Buch Frau Duve!
Kann das Buch jedem wärmstens empfehlen, egal ob Vegetarier, Veganer oder nicht.. Karen Duve gibt dem Leser viele Informationen, ohne zu verurteilen. Mir hat sie aus der Seele gesprochen. Sie beschreibt genau die Fragen, Sorgen und Gewissensbisse, die jemand hat, der sich mit dem Thema auseinandersetzt. Und ich denke es ist wichtig, dass sich jeder einmal mit dem Thema befasst und so wie Karen Duve seine Ernährung und Lebensweise überdenkt. Am Ende des Buches muss jeder für sich selbst entscheiden, welche Konsequenzen er daraus zieht. Aber wenn man erst mal über alles Bescheid weiß, dann gibt es kein Zurück.. auch Karen Duve sieht sich nicht als perfekten moralischen Menschen, aber wer ist das schon.. ich denke man kann nur so gut es geht versuchen, das Leid auf der Welt so gering wie möglich zu halten. Am Wichtigsten ist, denke ich das man nicht mehr davor die Augen verschließt, auch wenn das der einfach Weg wäre.. aber leider nicht der Richtige..
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